
Wer Kunden über mehrere Kanäle hinweg erreichen möchte, braucht eine Strategie. Während Omnichannel alle Kanäle bespielt, geht Unified Commerce noch einen Schritt weiter. Denn mit einer Unified-Commerce-Strategie kannst du deinen Kunden ein durchgängiges Einkaufserlebnis bieten, egal ob deine Kunden online, im Laden oder via App einkaufen.
Was ist Unified Commerce?
Unified Commerce lässt sich als vollständige Integration aller Verkaufs- und Kommunikationskanäle eines Unternehmens in ein zentrales System definieren. Dies kreiert ein nahtloses und einheitliches Einkaufserlebnis für B2C-Kunden über verschiedene Touchpoints hinweg (Website, mobile App, physisches Geschäft, Social-Media-Kanal).
Anders als in traditionellen Modellen, bei denen Kanäle häufig isoliert agieren, zielt eine Unified Commerce Architecture darauf ab, alle Frontend-Kanäle und Backend-Prozesse miteinander zu verbinden, um in Echtzeit eine ganzheitliche Sicht auf Kunden zu erhalten. Unified Commerce wird deshalb als logische Weiterentwicklung von Omnichannel verstanden.
Übrigens: In einigen Fällen wird „Unified Commerce“ auch als „vereinheitlichter Handel“ bezeichnet.
Wie lässt sich eine Unified-Commerce-Lösung umsetzen?
Ein E-Commerce-System für Unified Commerce kann entweder als lokal installierte Software oder als webbasierte Software in der Cloud genutzt werden. Während die klassische Software auf den eigenen Servern läuft und intern gewartet werden muss, bietet die Cloud-Variante den Vorteil, dass Hosting, Updates und Wartung vom Anbieter übernommen werden.
Darüber hinaus unterscheiden sich Unified-Commerce-Systeme nach ihrer internen Architektur, also danach, wie die Integration der Funktionen und Prozesse umgesetzt wird. Dabei finden sich folgende Formen:
1. All-in-One-Plattform
Diese Lösung bündelt alle erforderlichen Funktionen und Prozesse in einem zentralen System. Durch die vollständige Integration können alle Kanäle und Backend-Prozesse direkt gesteuert werden.
2. Microservice-Plattform
Hier werden die einzelnen Systeme über eine Zwischenplattform verwaltet. Um einzelne Prozesse gezielt zu steuern und flexibel anzupassen, kann diese Plattform mit Drittanbieter-Software kombiniert werden.
3. Modulare Plattform
Modulare Plattformen bieten maximale Flexibilität, weil Anwender hier selbst entscheiden können, welche Module sie nutzen möchten. So lässt sich das System individuell an die eigenen Anforderungen anpassen, während die grundlegende Integration erhalten bleibt.
Für die technische Umsetzung einer Unified-Commerce-Strategie können Headless-Shopsysteme hilfreich sein. Natürlich kann auch mit traditionellen monolithischen Systemen ein Unified-Commerce-Konzept umgesetzt werden, jedoch ermöglicht Headless mehr Spielraum. So oder so ist die Integration einer Unified-Commerce-Lösung aus unserer Sicht ein entscheidender Schritt, um einen Shop zukunftssicher aufzustellen.
Tipp: Mehr über die Möglichkeiten von Headless-Systemen erfährst du in unserem Beitrag zum Headless Commerce.
Multichannel vs. Omnichannel vs. Unified Commerce
Multichannel, Omnichannel und Unified Commerce haben zwar das Ziel, mehrere Verkaufskanäle zusammenzuführen, aber sie unterscheiden sich erheblich in den Möglichkeiten der Integration. Hier findest du die Unterschiede der drei Systeme einmal kurz zusammengefasst:
Multichannel
Multichannel bedeutet, dass verschiedene Kanäle existieren, auf denen Kunden einkaufen oder interagieren können. Die Kanäle arbeiten aber weitgehend unabhängig voneinander, wodurch keine einheitliche Customer Experience entsteht.
Omnichannel
Omnichannel geht einen Schritt weiter als Multichannel und sorgt für eine koordinierte Verbindung aller Kanäle. Durch eine fast in Echtzeit ablaufende Datenintegration wird eine deutlich bessere Customer Experience geschaffen.
Unified Commerce
Unified Commerce hebt sich vom Omnichannel ab, indem nicht nur die Kanäle, sondern auch alle Backend-Systeme miteinander verknüpft sind. Da alle Systeme auf dieselben und vor allem aktuellen Daten in Echtzeit zugreifen, wird den Kunden ein noch besseres Einkaufserlebnis ermöglicht.
Deshalb lohnt es sich für moderne Shops, die Umsetzung einer Unified-Commerce-Strategie zu prüfen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.
Herausforderungen von Unified Commerce
Unified Commerce funktioniert nur, wenn alle Systeme und Kanäle miteinander verbunden sind. Deshalb ist die Einrichtung einer Unified Commerce Platform für Unternehmen oft eine große Hürde. So eine Integration ist mit hohen Investitionskosten verbunden und erfordert nicht selten eine umfassende Modernisierung der IT-Architektur.
Eine weitere Herausforderung ist häufig die Gewährleistung der Datenkonsistenz und Datensicherheit. Die relevanten Daten in Echtzeit zu synchronisieren und dabei noch eine konforme und geschützte Datenübertragung der Backend-Systeme wie CRM, ERP, PIM, POS, etc. sicherzustellen, ist essenziell.
Zusätzlich müssen die Prozesse auf verschiedene Märkte und Kundenanforderungen zugeschnitten werden. Verschiedene Länder haben unterschiedliche gesetzliche Bestimmungen sowie kulturelle Unterschiede, die es bei der Umsetzung einer Unified Commerce Platform zu berücksichtigen gibt.
Die Vorteile von Unified Commerce
Trotz einiger Hindernisse bei der Implementierung von Unified Commerce, sollten die Vorzüge nicht außer Acht gelassen werden. Dabei können die Vorteile von Unified Commerce sowohl aus Unternehmensperspektive als auch aus Kundenperspektive gesehen werden. Nachfolgend ein paar Vorteile, warum sich Unified Commerce für beide Seiten lohnt:
Unified Commerce Vorteile für Unternehmen
Optimierung der Bestandsverwaltung und Logistik
Durch die Echtzeit-Integration aller Kanäle und Backend-Systeme lässt sich die Bestandsverwaltung eines Unternehmens erheblich verbessern und erleichtern. So lassen sich nicht nur Fehler bei der Lagerhaltung vermeiden, sondern auch die Bestandsführung verbessern und der Warenfluss optimieren.
Verbesserung der Kundenzufriedenheit und -bindung
Eine konsistente und personalisierte Kundenerfahrung stärkt das Vertrauen von Kunden in deine Brand. Mit maßgeschneiderten Angeboten und einer reibungslosen Interaktion über alle Kanäle hinweg, erhöht die Unified-Commerce-Strategie die Kundenzufriedenheit. Ein reibungsloses Shopping-Erlebnis gepaart mit flexiblen Einkaufsmöglichkeiten – online wie offline – erhöhen im besten Fall auch die Wiederkaufrate.
Effizientere Nutzung von Daten
Die zentrale Erfassung und Analyse von Daten ermöglicht es deinem Unternehmen, fundierte Entscheidungen zu treffen und schnell auf Veränderungen im Markt zu reagieren. Weil alle relevanten Informationen in einer Unified Commerce Platform vereint sind, kann besser auf Trends reagiert und Angebote angepasst werden. Weil alle Kanäle miteinander vernetzt sind, können zusätzlich präzisere Prognosen für die Zukunft gestellt werden.
Unified Commerce Vorteile für deine Kunden
Nahtloses Einkaufserlebnis über alle Kanäle hinweg
Der Einsatz einer Unified-Commerce-Software erlaubt es deinen Kunden problemlos zwischen physischem Geschäft und Online-Store zu wechseln, ohne dass ihre Einkaufserfahrung unterbrochen oder geändert wird.
Flexible Bestellung und Lieferung
Dein Kunde entscheidet selbst, wo und wie er einkauft. Er kann zum Beispiel ein Produkt wie ein Kleidungsstück online suchen, es im Laden anprobieren und dann direkt über sein Handy kaufen. Alternativ bestellt er es bequem online und holt es anschließend im Laden ab (Click & Collect). So wird sein Einkauf noch einfacher und komfortabler.
Personalisierte Angebote und Produktempfehlungen
Durch die Vernetzung aller Kanäle im Unified Commerce erhält dein Kunde nur Angebote, die wirklich zu ihm passen. So werden Empfehlungen und Aktionen individuell auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten.
Fazit
Die richtige Integration einer Unified-Commerce-Software ist komplex, kostenintensiv und erfordert genaue Planung. Besonders bei der Arbeit mit Kundendaten in Echtzeit ist die Einhaltung von weltweit anerkannten Informationssicherheitsanforderungen zentral.
Aber der Pay-off ist groß, denn mit einer Unified-Commerce-Lösung kann Kunden über verschiedene Kanäle hinweg ein einheitliches Einkaufserlebnis geboten werden. Dies macht das System nicht nur zukunftsfähiger, sondern führt in der Regel auch zu mehr Conversions. Außerdem ermöglicht das Verbinden von Frontend-Kanälen und Backend-Systemen eine effiziente Verwaltung von Beständen, eine konsistente Customer Experience und eine verbesserte Nutzung von Kundendaten.
Nicht nur Unternehmen und Onlineshops profitieren von Unified Commerce, sondern auch die Kunden. Deshalb lohnt es sich frühzeitig in Unified-Commerce-Konzept zu investieren, um eine engere und einheitlichere Bindung zu ihnen aufzubauen
Bei Fragen zu Unified Commerce oder anderen Themen beraten wir dich gerne!
