Brauchen Sie Hilfe?

Shop News
27 Sep 2008

Shop-Technologie: Lieber selbstgemacht als ausgeliehen

E-Shops zur Miete sind für die meisten deutschen Betreiber immer noch kein Thema. Nur neun Prozent der E-Commerce-Unternehmen vertrauen bislang in so genannte On-Demand-Lösungen. Skeptiker befürchten vor allem den Verlust der Datenhoheit durch webbasierte Software. Andere Anwender scheuen die Abhängigkeit von On-Demand Anbietern für Misson-Critical Webshops. Die Auslagerung interner Kunden- und Bestelldaten in die Hände Dritter ist eine psychologische Hemmschwelle. Selbst die finanziellen Anreize überzeugen potenzielle Anwender nicht. 60 Prozent  der Web-Shops bevorzugen deshalb lieber Shop-Technik in Eigenregie – häufig auf Basis einer Open-Source-Lösung, aber auch weiterhin auf Lizenzbasis. Ihnen sind die Mietsoftware-Angebote zu wenig auf die eigenen Shop-Ansprüche ausgerichtet. Jeder fünfte Webshop ist sogar ein komplettes Unikat und individuell nach den Wünschen des Betreibers entwickelt. Dies ergibt der aktuelle INTERNET WORLD Business-Trendscout „Technik-Trends bei E-Shops“, der von novomind in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift INTERNET WORLD Business erstellt wurde. On Demand-Technik rechnet sich in erster Linie für E-Commerce-Einsteiger Für eine E-Commerce-Lösung auf Software as a Service-Basis (SaaS) sprechen finanzielle und organisatorische Argumente. Bei Software On-Demand berechnen die Anbieter neben den einmaligen Projektsetupkosten nur die tatsächlich in Anspruch genommene Leistung anhand eines Anteils vom Umsatz, der über den Shop generiert wird. Ein zusätzlicher Vorteil: Der technische Betrieb liegt vollständig beim SaaS-Anbieter und damit auch die Skalierung des Systems. Die Web-Shop-Betreiber müssen daher keine genervten Kunden befürchten. Bei selbstbetriebenen Lösungen, egal ob auf Lizenz- oder Open-Source-Basis, muss ein Unternehmen seinen technischen Shop-Betrieb selbst organisieren und auch für eine unerwartet hohe Nachfrage rüsten. Andernfalls nimmt es in Kauf, dass zu Spitzenzeiten Shop-Besucher lange warten müssen. Im ersten Fall heißt das, dass die meiste Zeit teuer bezahlte Rechnerkapazität ungenutzt bleibt. Im zweiten Fall verliert der Betreiber dagegen die Kunden, die schlechte Antwortzeiten nicht tolerieren. Gemietete Lösungen sind somit speziell für Unternehmen interessant, die ihre Nutzerzahlen noch nicht genau abschätzen können und mit hohen Schwankungen rechnen müssen. On Demand-Idee muss sich in Deutschland noch durchsetzen Mit dem Konzept, Software in Form von On-Demand-Lösungen gegen eine transaktionsbasierte Gebühr über das Web zu nutzen, haben einige Anbieter in den USA bereits seit Jahren beachtliche Erfolge erzielt. Etliche Unternehmer sehen auch hierzulande in dem Modell eine Möglichkeit, neue E-Shop-Technologien im eigenen Unternehmen aufgrund des geringeren Risikos zu erproben. Sieben von zehn Unternehmen halten On-Demand-Lösungen generell für eine sinnvolle Einsatzvariante. Allerdings wird in dieser Betriebsvariante die eigene Wertschöpfungskette deutlich verkürzt und die Projektsteuerung eingeschränkt. Aus diesem Grund zögern insbesondere erfahrene Shop-Betreiber mit einem Online-Umsatzanteil größer 50% die Entscheidung über einen Wechsel des Betriebsmodells hinaus. Sie stufen die organisatorisch-technische Abhängigkeit bei On-Demand-Lösungen als geschäftskritisch ein.